Digitalisierung als Chance für das Wirtschaftswachstum

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Österreichs Wirtschaft wächst wieder stärker

Laut dem aktuellen Bericht der OECD hat das Wirtschaftswachstum dank der Steuerreform im Jahr 2016 und einer Erholung der Exportnachfrage wieder zugelegt. Der private Konsum profitierte von dieser fiskalpolitischen Entscheidung und konnte einen Zuwachs von 3 % erzielen. Die Investitionsrate ist seit 2012 geringer gewachsen, weist jedoch mit 23 % des BIP einen relativ hohen Wert auf.

Insgesamt musste Österreich seit 2012 einen Export-rückgang von 7 % hinnehmen, zuletzt erholte sich jedoch die Nachfrage. Vor allem in den USA konnten österreichische Firmen Marktanteile gewinnen, deshalb entwickelten sich die Vereinigten Staaten nun zum zweitwichtigsten Exportmarkt.

Entwicklungen am Arbeitsmarkt

Das Angebot an Arbeitskräften hat aufgrund der steigenden Anzahl an Frauen und älteren Personen im Berufsleben sowie höherer Migration zugenommen. Mehr als die Hälfte der Zuwanderer wurde erfolgreich am Arbeitsmarkt integriert. Somit liegt die Beschäftigungsrate in Österreich - genauso wie das BIP pro Kopf - über dem OECD-Durchschnitt.

Die Anzahl der geleisteten Stunden je Arbeitnehmer sind seit 1996 rückläufig. Zurückzuführen ist dies auf den höheren Anteil von Teilzeitarbeitsstellen, die vor allem bei Frauen weit verbreitet sind. Positiv entwickelt hat sich seit 2010 das Pensionsantrittsalter, das um 2 Jahre gestiegen ist. Trotzdem bleibt der Anteil der 55- bis 64-Jährigen am Arbeitsmarkt mit 45 % weit unter den Werten vergleichbarer Länder wie Schweden mit 75 % oder der Schweiz mit 73 %.

Potenzial durch Digitalisierung

Die OECD ortet in Österreich Nachholbedarf im Bereich der Digitalisierung. Zwar liegt Österreich in vielen Bereichen im OECD-Schnitt und ist in manchen sogar führend, aber gesamt gesehen schreite die Digitalisierung langsamer voran als zum Beispiel in Schweden oder Finnland.

Bei den Niedrigqualifizierten verfügen in Österreich 6,66 % über fortgeschrittene Digitalkenntnisse, im OECD-Schnitt waren es 6,95 %. Bei den Hochqualifizierten haben 50,15 % fortgeschrittene Digitalkenntnisse, dies liegt weit etwa unter den Werten von Schweden mit 61,12 %.

Voraussetzung der digitalen Revolution ist eine dementsprechende Infrastruktur. In Österreich ist das Breitband-Internet zwar weit verbreitet, dennoch wird es von Unternehmen (10 %) oder Haushalten (15 %) kaum genutzt. In anderen vergleichbaren Staaten sind die Anteile der Nutzer mit schnellerem Breitband bis zu dreimal so hoch.

Mehr Dynamik bei Firmengründungen notwendig

Hierzulande ist sowohl die Anzahl von Start-up Unternehmen, als auch die Anzahl der Firmengründungen und -schließungen relativ gering. Auch die Wachstumsraten erfolgreicher Unternehmen in Österreich hinken im Vergleich zu anderen OECD-Ländern hinterher. Gemäß dem Bericht der OECD würde eine neue Welle an Start-up Unternehmen zu einer Modernisierung des Wirtschaftssektors führen. Die OECD empfiehlt Österreich außerdem, die umfassenden Regulierungen der Gewerbe zu überarbeiten.

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