Wald
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Der Ursprung der Nachhaltigkeit liegt im Wald

Ein Begriff aus der Forstwirtschaft prägt unseren Lebensstil

Erstmalige Erwähnung vor hunderten von Jahren

„Nur so viel Holz aus dem Wald zu entnehmen, wie auf natürlichem Wege nachwächst“, bedeutete für den Oberberghauptmann Carlowitz (1645–1714) „nachhaltiges Wirtschaften“. Drei Jahrhunderte später bemüht man sich, mit einer nachhaltigen Lebensweise eine Balance aus sozialen, ökologischen und ökonomischen Zielen zu halten.

Wie kam Carlowitz zum Begriff der Nachhaltigkeit?

Hans Carl von Carlowitz wurde als Sohn des kursächsischen Oberforstmeisters Georg Carl von Carlowitz auf der deutschen Burg Rabenstein geboren. Zu den Aufgaben der adeligen Familie zählte das Management der Wälder im sächsischen Erzgebirge. Nach dem Studium der Rechts- und Staatswissenschaften unternahm der junge Carl – wie damals für die Söhne des europäischen Adels üblich – eine Bildungsreise durch zahlreiche Länder Europas. Dabei lernte er viel über die Holzwirtschaft des 17. Jahrhunderts, wo Holz ein knapper Rohstoff war, kennen.

Holznot und Energiekrise im 17. Jahrhundert

Durch das Bevölkerungs- und Städtewachstum sowie durch die Versorgung der Erzgruben und Schmelzhütten gab es eine regelrechte Holznot. Als Folge forderte Carlowitz den respektvollen Umgang mit der Natur und ihren Rohstoffen und kritisierte schon damals den auf kurzfristigen Gewinn ausgelegten Raubbau der Wälder. Die Erkenntnisse seiner Reisen und aus seiner Funktion als Oberberghauptmann, wo er eine planvolle, nachhaltige Bewirtschaftung sicherstellen musste, verarbeite er später in einem vielzitierten Buch.


Die „Sylvicultura oeconomica, oder haußwirthliche Nachricht und Naturmäßige Anweisung zur wilden Baum-Zucht“ (1713) gilt als das erste geschlossene Werk über die Forstwirtschaft und obwohl das Wort „nachhaltend“ nur einmal vorkommt, wird Carlowitz als Schöpfer des Begriffes „Nachhaltigkeit“ geführt.

In Österreich schreibt ein 160 Jahre altes Forstgesetz, das zu den strengsten Forstgesetzen der Welt gehört, die nachhaltige Bewirtschaftung verpflichtend vor. Es darf nicht mehr geerntet werden, als nachwächst. Dabei muss die Pflege und Nutzung der Wälder sichern, dass biologische Vielfalt, Produktivität und Regenerationsvermögen erhalten bleiben. Als einziger EU-Staat verpflichtet Österreich seine WaldbesitzerInnen zudem ab einer Fläche von 1.000 Hektar Wald staatlich geprüfte, hauptberuflich tätige Forstleute einzusetzen.

47,9 Prozent der Gesamtfläche Österreichs sind bewaldet, das entspricht mit rund vier Millionen Hektar immerhin der Größe der Schweiz. Davon sind 82 Prozent in privatem Eigentum, insgesamt gibt es 170.000 WaldeigentümerInnen. 53 Prozent sind Kleinwaldbesitz, bei dem die durchschnittliche Waldfläche bei 9,2 Hektar pro Betrieb liegt. Unter den großen, privaten WaldbesitzerInnen findet man namhafte Familien mit adeligen Vorfahren. 18 Prozent der gesamten Waldfläche Österreichs werden öffentlich geführt und von den Österreichischen Bundesforsten, Gemeinden und Bundesländern betreut.

Holz ist in Österreich ein bedeutender wirtschaftlicher Faktor. Rund 300.000 Menschen beziehen ein Einkommen aus der Forst- und Holzwirtschaft. Die Holzbranche zählt somit auch zu den größten Arbeitgebern im Land.

Manche Anlegerinnen und Anleger haben schon mit dem Gedanken gespielt, in Waldbesitz zu investieren. Das ist auch grundsätzlich möglich, aber alles andere als unkompliziert. „Wald verkauft man nicht, man vererbt ihn“, heißt es oftmals unter WaldeigentümerInnen. Daher stehen – wenn überhaupt – eher kleine Flächen zum Verkauf. Für ein einträgliches Investment sind laut Fachleuten aber mindestens 75 Hektar Wald notwendig. Die Bewirtschaftung ist aufwändig und ob der Wald dann tatsächlich Rendite abwirft, hängt noch dazu von der Güte und dem Alter des Baumbestands ab. Und Risiken gibt es selbstverständlich auch hier: Stürme, Schädlinge, Waldbrände oder generell Folgen des Klimawandels können zu Verlusten führen. 

Unser Fazit

Der Begriff der Nachhaltigkeit, der ursprünglich aus der Forstwirtschaft kommt, wird auch in Zukunft immer eng mit dem Wald in Verbindung bleiben. Nirgends ist der Begriff der Nachhaltigkeit so anschaulich und nachvollziehbar wie bei diesem Thema. Ein Baum wird gefällt, ein neuer wird gepflanzt.
Anlegerinnen und Anleger, die sich der Nachhaltigkeit verschreiben möchten, können mittlerweile aus zahlreichen Anlagemöglichkeiten – wie etwa Fonds – wählen. So kann man den Wald in der Freizeit genießen und um das Investieren kümmern sich in der Zwischenzeit bestens ausgebildete ExpertInnen.

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28.04.2021 - Veranlagung, Geldanlage Plus