Alpakas
Ein flauschiges „HALLO“ im neuen Jahr 2022

Raiffeisen OÖ macht Ihre Geldanlage bequem - für einen Flauschfaktor der anderen Art sorgen die Betreiber des Wieshofs in Gramastetten.

Am Wieshof ist man aufs Alpaka gekommen

2019 sind am Gramastettner „Wieshof“ Alpakas eingezogen. Wir sprechen mit Besitzerin Silke Strasser-Pargfrieder über das Leben und Wirtschaften mit den flauschigen Südamerikanern.

Nicht auf den Hund gekommen, sondern auf das Alpaka. Was hat Sie dazu gebracht, diese Tiere auf den Hof zu holen?

Die zündende Idee meines Vaters hat meinen Mann und mich veranlasst, Alpakas zu googlen und Grundlagenseminare zu suchen. Und wir haben uns sofort für eines angemeldet! Schließlich haben wir uns im Mai 2018 auf den Weg zu einem erfahrenen Alpakazüchter in die Steiermark gemacht. Wir wollten sehen, ob diese Tiere zu uns passen würden. Und wir (oder eher ich) waren sofort verliebt in diese ruhigen, hübschen Wesen.

Stall und Weide waren ja vorhanden – das deshalb, weil unser Hof früher ein konventioneller Bauernhof mit Kühen, Schweinen und Hühnern war. Schon länger, bevor wir die kleinen Kamele zu uns geholt haben, hat unsere Familie überlegt, wie wir das Ganze wiederbeleben können – um nachhaltig und biologisch Tiere großzuziehen, die nicht für den Verzehr gedacht sind. Alpakas sind die Lösung, die uns glücklich und zufrieden macht.

Wann sind die ersten Tiere eingezogen? Züchten Sie denn auch selber?

Im April 2019 war es so weit – eine kleine Herde Alpakadamen ist bei uns eingezogen. Damit kamen auch ein paar Herausforderungen auf uns zu, aber mit diesen sind wir gewachsen und haben dazugelernt. Die Liebe zu den Alpakas wächst – und hoffentlich auch die Herde. Wir erwarten nächsten Sommer vier Alpakababys!

Die meisten kennen Alpakas nur aus dem Fernsehen. Wie würden Sie das Zusammenleben mit den Vierbeinern beschreiben?

Es sind Lebewesen, und das bedeutet eine riesige Verantwortung. Aber man bekommt ja auch einiges von den Tieren zurück – nicht nur ihr Vlies. Es macht irrsinnig Spaß, ihnen zuzusehen, ihr ruhiges Wesen hat eine sehr entspannende Wirkung auf uns und unsere Besucher. Bis jetzt war jeder und jede total glücklich und zufrieden am Ende des Tages. Der Kotabsatz an verschiedensten Stellen (uns wurde gesagt, dass jede Herde ein einziges Platzerl hat) ist manchmal etwas nervig. Aber wenn man den Tieren dann in die Augen schaut, ist alles wieder gut. Und am Ende ist sogar dieser Umstand nützlich, denn wir produzieren einen hervorragenden Dünger, den wir auch verkaufen.

Alpakas Wieshof

Die plüschige Optik ist quasi der Wirtschaftsfaktor der Tiere. Wie oft kann man Alpakas scheren und wie wird die Wolle verarbeitet? Machen Sie das alles selber am Wieshof?

Als recht wirtschaftlich hat sich allein das Vlies der Alpakas noch nicht bewährt. Davon wird man sicher nicht reich. Es braucht Kreativität, um den Wirtschaftsfaktor zu erhöhen und das Potenzial der Tiere zu nutzen! Einmal im Jahr werden sie geschoren und dabei fallen – je nach Tier – etwa 1,5 Kilo Rohwolle ab. Zum Scheren kommt jemand zu uns auf den Hof, der das professionell betreibt. Und das ist auch gut so, denn die Schur bedeutet für das Tier extremen Stress. Wenn wir selbst Hand anlegen würden, würden wir ca. 45 Minuten pro Tier scheren. Viel tierfreundlicher ist es, wenn der Professionist das macht, denn der braucht dazu etwa zehn Minuten, dann ist das Tier von seiner dichten, dicken Wolle erlöst. Die Rohwolle wird nach der Schur grob gereinigt bei uns am Hof und in Kartons verpackt – fertig für den Versand.

Bietet das Vlies spezielle Vorteile? Welche Produkte stellen Sie aus der Wolle her?

Wenn ein Alpaka geschoren wird, ist es fast so, als würde es eine Decke ablegen. Deshalb war es naheliegend für uns, aus diesem weichen Vlies Bettdecken herzustellen. Diese lassen wir bei einer Bettwarenmanufaktur produzieren, die sich auf Alpakavlies spezialisiert hat und wo man genau weiß, wie man mit dieser wertvollen Faser umgehen muss. Denn so eine Bettdecke ist bestimmt für manche eine große Investition – da soll die Faser auch das halten, was sie verspricht, nämlich: Thermoregulierend, antibakteriell und geruchsneutral zu sein. Sie ist für Allergiker und Kinder hervorragend geeignet. Wir würden unsere Bettdecken keinesfalls mehr hergeben.

Und die Decken verkaufen Sie direkt am Hof? Was wird denn noch angeboten?

Die Bettdecken und viele schöne andere Sachen wie Wolle, Socken, Hauben, … (es würde den Rahmen des Interviews sprengen, wenn ich alles aufzählen würde) gibt es bei uns im Hofladen. Der ehemalige Saustall ist der perfekte Raum dafür. Mein Mann hat ihn liebevoll umgebaut, sodass es nun ein wunderbarer und warmer Verkaufsraum ist – mit großer Fensterscheibe in den Alpakastall.

So können die Erwachsenen shoppen, während die Kinder die Alpakas im Blick haben. Zusammengefasst: Es gibt bei uns sehr viel, aber nichts zum Verzehr. Wir wurden ja oft gefragt, ob man Alpakas essen könne. Man kann schon, aber wir tun es nicht, auch nicht in Zukunft. Beim Stichwort Zukunft möchte ich gleich erwähnen: Wir sind noch lange nicht am Ziel. Wir probieren sehr viel aus, was den Leuten gefallen könnte, was in unser familiäres Zeitmanagement passt und vor allem was den Alpakas behagt.

Wie etwa?

Eines davon ist Alpaka-Yoga, das ist Balsam für Mensch und Tier! Stressfreies Grasen, während die Yogis ihre Übungen zwischen den Alpakas durchführen. Weder Mensch noch Tier lassen sich ablenken und genauso gemütlich verlaufen Stallführungen oder Weideerlebnisse. Hauptsache, es entsteht keine stressige Situation für die Tiere.

Ein bisschen Eigenwerbung sei mir erlaubt, denn die Idylle bei uns ist Erholung pur, ein Weilchen auf unserer Terrasse zu verbringen, dabei ins Voralpenland zu blicken und Alpakaerlebnisse mitzunehmen. Es ist schon viel Gegend bei uns, aber das wird genossen. Ich bin selber jeden Tag wieder begeistert.

HOFLADEN ODER ALPAKA-YOGA: WIR SIND NOCH LANGE NICHT AM ZIEL!

Auf nach Gramastetten. Zu Silke Strasser-Pargfrieder's Wieshof.

Möchten Sie diese sanften Wesen einmal kennenlernen? Vielleicht eine entspannte Yogastunde inmitten der Herde erleben? Oder den schönen Hofladen besuchen? Dann melden Sie sich bei Familie Strasser-Pargfrieder vom Wieshof oder werfen Sie einen Blick auf Facebook bzw. Instagram.

Familie Strasser-Pargfrieder
Wieshof 5, 4201 Gramastetten
T: 0660 1603362
E: straparg@gmail.com

Silke Strasser-Pargfrieder
04.01.2022