Shooting Star Bitcoin

Was bisher geschah und was bleibt?

Bitcoin

 

Was bisher geschah ...

Nach dem Bitcoin-Hype zum Jahreswechsel 2017/18 könnte der Eindruck entstehen, dass es sich bei Kryptowährungen, also digitalen Zahlungsmitteln mit kryptografisch abgesichertem (= verschlüsseltem) Zahlungssystem, um den letzten Schrei digitaler Entwicklungen handelt.

Aber Bitcoin tauchte als erste „Internetwährung“ bereits 2008/09 auf. Eine relativ kleine aber wachsende Community aus Programmierern arbeitet seither am kryptografischen Zahlungssystem (Blockchain), für das sich in der Folge auch sehr bald Zentralbanken, unter anderem EZB und FED, zu interessieren begannen.

Es dauerte allerdings fast 10 Jahre bis sich Bitcoin und mittlerweile mehrere tausend andere digitale Währungen in der öffentlichen Wahrnehmung manifestierten.

Abgesehen von dem kurzen Intermezzo, der Pleite der Bitcoin-Handelsplattform Mt. Gox im Februar 2014, die es in die Medien schaffte, waren Bitcoin und Co. bis 2016/17 eher ein Thema für Freaks. Dann begann die Goldgräberstimmung und immer mehr wollten ein Stück vom digitalen Währungskuchen. Und da unterscheidet sich nun die virtuelle nicht von der realen Welt: Die „Herde“ kauft und treibt damit den Preis (viel zu) schnell in die Höhe.

Bis Ende Dezember 2017 die Rallye vorerst ein Ende findet und sich der Preis eines Bitcoins vom Allzeithoch von fast 18.700 USD innerhalb weniger Wochen mehr als halbiert. Dies sind absolut gesehen immense Schwankungen, doch betrachtet man den logarithmierten Preisverlauf, der gleiche prozentuelle Änderungen darstellt, zeigt sich, dass der Bitcoin schon Zeiten viel höherer Volatilität erlebt hat.

 

Grafik 1

Die vielversprechende Technologie dahinter

Kryptowährungen stehen im Kreuzfeuer der Kritik und der Chef der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich geht sogar soweit zu sagen, dass „was ursprünglich als alternatives Zahlungsmittel ohne staatliche Beteiligung gedacht war, inzwischen zu einer Mischung aus Finanzblase und Umweltkatastrophe (wegen des extrem hohen Energieaufwandes) wurde. Trotzdem ist man sich einig, dass die dahinter stehenden Blockchain- und Distributed-Ledger-Technologien Potenzial einer Revolution in der Finanzwelt haben.

Der große Vorteil der Blockchain (Buchungskette) ist die Nachvollziehbarkeit, Transparenz und damit hohe Sicherheit. Der Name Blockchain stammt daher, dass Transaktionen in Blöcken zusammengefasst werden, die aneinandergereiht und gespeichert werden.

Jeder Transaktionsblock wird geprüft und mit einem unveränderlichen Code („Hash“) versehen. Die Hashes sind verschlüsselt, daher der Name Kryptowährungen.

Das Innovative an der Distributed Ledger Technologie (dezentrales Kontensystem) ist ihr Aufbau auf Peer-to-Peer-Netzwerken, sie kommt also ohne Intermediär bei der Abwicklung von Transaktionen aus.

Aufgrund des Fehlens einer oberen Instanz müssen Systemweiterentwicklungen, -vorgaben und -änderungen durch Konsens zustande kommen. Kann sich die Programmierercommunity nicht einigen, kann es zu Spaltungen des Systems kommen („Hard Forks“). So geschehen bei der Abspaltung von Bitcoin Cash 2017 von Bitcoin.

Überleben Kryptos ihre Kinderkrankheiten?

Werthaltigkeit ist demnach (noch?) keine nennenswerte Stärke von Bitcoin und Co, ebensowenig wie Schnelligkeit und Kostengünstigkeit von Transaktionen oder Energieeffizienz des Systems. Ebendiese Eigenschaften sind aber Grundidee der Entwicklung digitaler Währungen: Sie sollen ohne obere Instanz auskommen, begrenzt vermehrbar und ohne Mittelsmann bei Transaktionen auskommen.

Dies soll die Probleme herkömmlicher Währungen wie politisch motivierte Inflation, willkürlich festgesetzte Transaktionskosten, Deliktanfälligkeit (Betrug, Raub, ...) lösen.

Möglicherweise kämpfen Kryptowährungen derzeit tatsächlich „nur“ mit Kinderkrankheiten. Immerhin werden sie von der Öffentlichkeit bisher kaum für reale Zahlungen sondern hauptsächlich als Spekulationsobjekt verwendet und ihre Marktkapitalisierung ist verglichen mit dem Umlauf herkömmlicher Währungen vernachlässigbar.

Auch technisch ist der Weg noch weit: Die als sehr vielversprechend gelobte Blockchain-Technologie ist für einen großflächigen Einsatz in der modernen Finanzwelt noch viel zu energieaufwändig.

Stärken, Schwächen, Chancen & Risiken

Stärken

  • Unabhängigkeit von „oberen Stellen“ durch Dezentralisierung
  • einfache Transaktion ohne Intermediär
  • hohe Sicherheit durch Blockchain
  • weltweit zugängliches, einheitliches System
  • Open Source: von jedem einsehbar und im Prinzip mitgestaltbar
  • Schutz persönlicher Daten durch Verschlüsselung

Chancen

  • Inflationsschutz durch Maximalmenge an Coins
  • potente Technologie mit breitem  Anwendungsgebiet auch außerhalb des Währungs-/Zahlungssystems
  • bei Weiterentwicklung der Technologie hohes Potenzial für deutliche Senkung von Transaktionskosten und -zeit

Schwächen

  • im Krisenfall keine Stützung durch „Währungshüter“
  • Rückabwicklung von Zahlungen nicht möglich
  • Anonymität zieht kriminelle Machenschaften (Steuervermeidung, Umgehung von Kapitalkontrollen, ... ) an
  • extrem hohe Preisvolatilität
  • relativ langsame Abwicklung
  • geringer Bekanntheitsgrad
  • bisher kaum als Währung verwendbar, da von wenigen Anbietern als Zahlungsmittel akzeptiert

Risiken

  • begrenzte Vermehrbarkeit erzeugt deflationäres Umfeld
  • zu erwarten: Regulierung und Besteuerung

Die digitale Währungszukunft ...

Auch wenn Bitcoin sich als erste globale Digitalwährung vielleicht nicht durchsetzen kann, führt er uns doch sehr eindrücklich vor Augen, dass sich auch althergebrachte Währungssysteme in einer digitalen, vernetzten Welt weiterentwickeln werden müssen. Die zugrundeliegende Technologie ist zwar noch in den Kinderschuhen aber doch sehr vielversprechend und eröffnet eine breite Palette an Anwendungsbereichen u.a. für Smart Contracts zB in Hotellerie, bei Stromanbietern oder Immobilienagenturen. Geschweige denn von potenziellen Gewinnen an Geschwindigkeit, Effizienz, Sicherheit und Transparenz bei internationalen Finanzströmen.

Kryptowährungen als Zahlungsmittel werden eher für Länder relevant, deren herkömmliche Währungssysteme Ansprüche an Sicherheit / Werthaltigkeit nicht entsprechend befriedigen.

Eine regierungsgesteuerte Kryptowährung (wie Venezuelas „Petro“) wird hier jedoch keine Besserung bringen. Im Euro- und Dollarraum haben sich die Währungen in den letzten Jahrzehnten mit einer Durchschnittsinflation von 2 % als sehr stabil erwiesen. Der Wunsch der Öffentlichkeit, sie durch ein unausgereiftes, ungetestetes Sytem zu ersetzen, dürfte vorerst gering sein.

Offen ist zudem noch, ob es sich beim Bitcoin um Geld oder Rohstoff handelt. Die Maximalmenge von 21 Mio. Coins macht ihn zu einem knappen Gut und (bisher) ist er außer in Japan nirgends als offizielles Zahlungsmittel akzeptiert, weshalb eine Einstufung als Rohstoff nahe läge. Bedeutung bekommt diese Diskussion speziell im Hinblick auf Besteuerung und Regulierung. Diesbezügliche Diskussionen sind international rege im Gang.

Stand: Februar 2018


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