Mythos oder Weisheit?

Warum die "Sell in may"-Strategie mit Vorsicht zu genießen ist.

Maibaum
 

Und jährlich grüßt das Murmeltier. „Sell in may and go away…“. Auch heuer verfolgt Anleger den ganzen Monat Mai diese gefällige These, die mit der Zeit zur „Weisheit“ avancierte. Anleger sollten Aktien Anfang Mai verkaufen, um erst wieder im September an die Börse zurückkommen.

Dieser Rat, der sich vermutlich aus den Gepflogenheiten der englischen Oberschicht vergangener Tage entwickelt hat, mag in früheren Zeiten Gültigkeit gehabt haben. Demnach folgten die Börsenhändler ihrer reichen Kundschaft, die sich zwischen Mai und September mehr für die Rennbahn also die Börse interessierte und es fehlte der Börse an Nachfrage und Umsätze.

Wenn sich Anleger irrational verhalten

In einer Zeit, wo man fast unbegrenzt und von überall Wertpapiere kaufen kann und wirtschaftliche Riesen wie China am Finanzmarkt aktiv sind, stören sich nur mehr wenige an westlichen saisonalen Regeln. Der „sell-in-may"-Effekt ist demnach eher den sogenannten Kapitalmarktanomalien zuzuordnen.

Kapitalmarktanomalien oder auch Kursanomalien genannt, bezeichnen einen Zustand, bei dem die Beobachtungen nicht mit den bisherigen Theorien übereinstimmen und treten meist nur dann auf, wenn sich mehrere Anleger irrational am Markt verhalten.

Nicht der Herde hinterher

Menschen sind Herdentiere. Sie entscheiden selten autark sondern folgen Alpha-Tieren, die leiten und die Richtung vorgeben.

Das heißt, wir kaufen oder verkaufen ein bestimmtes Wertpapier nur, weil andere es auch tun oder weil eine sogenannte Börsenweisheit dazu animiert in den Sommermonaten lieber das Thermometer zu beobachten als die Börsenkurse.

Selbsterfüllende Prophezeiung

Sollten sich tatsächlich die Börsenkurse in eine bestimmte Richtung entwickeln, könnte eine weitere Kuriosität zum Tragen kommen. Je mehr Investoren sich tatsächlich an dieser Börsenregel orientieren, desto geringer sind die Börsenumsätze, desto höher die Schwankungen an den Börsen. Die Prophezeiung erfüllt sich schließlich von selbst.

„self-fulfilling prophecy“ nennen Psychologen dieses Phänomen und es könnte ein Aspekt sein, der diese Weisheit nährt.

Anlage nicht von Jahreszeit abhängig machen

Anleger sollten ihre Anlageentscheidungen aber generell nicht an Jahreszeiten festmachen. Für ein Investment ist nicht ein bestimmter Monat entscheidend, sondern der Wert der Anlage.

Statt auf den Kalender zu schauen, sollten Investoren lieber die Aussichten eines Unternehmens prüfen, das sie interessiert. Mit einer langfristig konzipierten Anlagestrategie kann man immer noch am besten attraktive Rendite erzielen.


Ihr persönlicher Berater in Ihrer Raiffeisenbank informiert Sie gerne näher.


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