Ciao Mario! Salut Christine!

Die Ära Draghi als EZB-Chef ist zu Ende. Es folgt Christine Lagarde.

Frankreich Fahne
 

Draghi: „... whatever it takes ...“

Der wohl berühmteste Ausspruch Draghis, während seiner 8-jährigen EZB-Präsidentschaft, aus einer Rede im Sommer 2012 in London, stilisiert ihn für die Einen zum ultimativen Retter des Euros auf dem Höhepunkt der Staatsschuldenkrise. Für Andere tat Draghi weitaus zuviel des Nötigen und verschärfte Ungleichgewichte und Probleme innerhalb der Eurozone.

Doch die Märkte verstanden Draghis Aussage sofort und die in die Höhe geschnellten Staatsanleihenrenditen der südlichen Euroländer sanken wieder auf tragbare Niveaus. Kritiker machen die extrem lockere Geldpolitik aber etwa für ungesunde Immobilienpreisentwicklungen oder Verzerrungen auf den Anleihenmärkten in der Eurozone verantwortlich. Außerdem fördert sie nicht unbedingt die Reformbereitschaft chronisch überschuldeter Staaten.

Nachdem Draghi auf seiner vorletzten Sitzung im September 2019 die Wiederaufnahme der Staatsanleihenkäufe durchsetzte, überlässt er der neuen Präsidentin nun eine gespaltene EZB, in deren Direktorium und Rat einige Mitglieder offen Kritik an der extremen geldpolitischen Expansion üben.

Lagarde: „Der Euro gehört nicht der EZB sondern den Leuten.“

Die ehemalige IWF-Chefin und Finanzministerin Frankreichs, Christine Lagarde, übernimmt am 1. November 2019 das Amt von Mario Draghi. Sie ist Jurisitin und Politikerin und damit die erste EZB-Präsidentin, die keine gelernte Ökonomin und Notenbankerin ist.

Sie setzt sich als wichtiges Ziel, die Kommunikation mit der breiten Öffentlichkeit zu verbessern und weniger technisch zu halten. Außerdem will sie sich verstärkt Themen wie Cybersecurity, Digitalisierung, Verhinderung von Geldwäsche und Green Bonds widmen. Als erfahrene Politikerin könnte sie mehr Nähe der EZB zur Politik suchen, mit entsprechenden Vorteilen (Reduktion des Handlungsdrucks auf die EZB durch stärkeren Reformdruck und Einfordern aktiverer Fiskalpolitik) und hohen Risiken (Verlust der politischen Unabhängigkeit der EZB).

Im Grunde schwimmt sie mit Draghi auf einer Welle: Sie betonte mehrmals die große Wichtigkeit einer anhaltend akkommodierenden Geldpolitik und sagte erst kürzlich, dass die Zinsuntergrenze noch nicht erreicht sei.

Die neue und Alte Spitze der EZB + Grafik

Stand: Oktober 2019
 


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