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© Christoph Wagner
Österreichs Wirtschaft: Mehr Wachstum, weniger Inflation

Österreichs Wirtschaft dürfte 2027 stärker wachsen als bisher erwartet. Die Österreichische Nationalbank (OeNB) rechnet mit einer Belebung der Konjunktur, einer schrittweisen Entspannung am Arbeitsmarkt und einem weiteren Rückgang der Inflation.

OeNB hebt Ausblick für 2027 an

Die Aussichten für die österreichische Wirtschaft haben sich seit der Juni-Prognose leicht verbessert. Trotz anhaltender geopolitischer Unsicherheiten infolge des Kriegs im Nahen und Mittleren Osten wird für die zweite Jahreshälfte 2026 eine stärkere Konjunkturdynamik erwartet.

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Quelle: OeNB, 11.09.2026
Industrie sendet wieder positive Signale

Nach einer längeren Phase wirtschaftlicher Schwäche zeichnet sich für Österreich eine leichte Erholung ab. In ihrer aktuellen Prognose korrigiert die OeNB ihre Erwartungen für die kommenden Jahre nach oben. Für die zweite Jahreshälfte 2026 wird eine stärkere Konjunkturdynamik erwartet, bevor sich das Wirtschaftswachstum 2027 deutlich beschleunigen soll.

Für 2026 prognostiziert die OeNB ein Wachstum des Bruttoinlandsprodukts (BIP) von 0,5 Prozent. Im Jahr 2027 soll die österreichische Wirtschaft bereits um 1,3 Prozent wachsen. 2028 wird mit einem weiteren soliden Wachstum von 1,2 Prozent gerechnet.


Steigende Aufträge, bessere Produktionserwatung und starke Exportwirtschaft

Ein wichtiger Faktor für die erwartete Erholung ist die Entwicklung der österreichischen Industrie. Nach der Schwächephase mehren sich die Anzeichen für eine Stabilisierung. Steigende Auftragseingänge, verbesserte Produktionserwartungen und eine Belebung der Exportwirtschaft sprechen dafür, dass die industrielle Aktivität wieder an Dynamik gewinnt.

 

Geopolitische Herausforderung bleiben als Unsicherheitsfaktoren

Auch die Entwicklung des Welthandels fällt positiver aus als bislang erwartet. Besonders die starke internationale Nachfrage nach Komponenten für Künstliche Intelligenz (KI) sorgt für zusätzliche Impulse. Als exportorientierte Volkswirtschaft könnte Österreich von dieser Entwicklung profitieren.

Gleichzeitig bleiben die Rahmenbedingungen herausfordernd. Die geopolitischen Unsicherheiten infolge des Kriegs im Nahen und Mittleren Osten stellen weiterhin ein Risiko für die wirtschaftliche Entwicklung dar.

Dürre belastet Landwirtschaft – Gesamtwirtschaft nur begrenzt

Auch die Folgen der Dürre im Sommer 2026 wirken sich auf die österreichische Wirtschaft aus. Besonders die Landwirtschaft ist von den Schäden betroffen. Auf die Gesamtwirtschaft dürfte der Effekt nach Einschätzung der OeNB allerdings begrenzt bleiben.

Insgesamt dürfte die Dürre das Wirtschaftswachstum demnach um rund 0,1 Prozentpunkte dämpfen. Damit bleibt der Einfluss auf die gesamtwirtschaftliche Entwicklung überschaubar.

Arbeitsmarkt: 2026 Höhepunkt der Schwächephase

Die konjunkturelle Schwäche hinterlässt weiterhin Spuren am österreichischen Arbeitsmarkt. Für 2026 erwartet die OeNB einen leichten Anstieg der Arbeitslosenquote auf 7,5 Prozent.

In den darauffolgenden Jahren soll sich die Situation jedoch schrittweise verbessern. Für 2027 wird eine Arbeitslosenquote von 7,3 Prozent, für 2028 von 7,1 Prozent erwartet.


Damit dürfte die Schwächephase am Arbeitsmarkt 2026 ihren Höhepunkt erreichen. Mit der erwarteten wirtschaftlichen Erholung könnten sich auch die Beschäftigungsperspektiven wieder verbessern.

Inflation geht weiter zurück

Neben den Wachstumsaussichten verbessert sich auch die Inflationsentwicklung. Nachdem die Teuerung im Mai 2026 mit 3,5 Prozent ihren Höchststand erreicht hatte, ist sie zuletzt spürbar zurückgegangen. Dazu trugen vor allem niedrigere Energie-, Güter- und Nahrungsmittelpreise bei. Zusätzlich wirkt die seit Juli 2026 geltende Mehrwertsteuersenkung auf ausgewählte Lebensmittel dämpfend auf die Preisentwicklung. 

Für das Gesamtjahr 2026 erwartet die OeNB eine Inflationsrate von 3,0 Prozent. In den kommenden Jahren soll sich der Preisauftrieb weiter abschwächen und 2028 bei 2,2 Prozent liegen.

Damit nähert sich Österreich auch beim Thema Inflation wieder stärker dem Euroraum an. Der bisherige Inflationsabstand hat sich deutlich verringert. Für die kommenden Jahre erwartet die OeNB eine weitgehend gleichlaufende Entwicklung der Inflation in Österreich und im Euroraum.

Positive Signale müssen bleiben

Trotz des Rückgangs der Gesamtinflation ist der Preisdruck noch nicht vollständig verschwunden. Während der Beitrag der Energiepreise in den kommenden Jahren deutlich zurückgehen dürfte, bleibt der Preisdruck, inbesondere im Dienstleistungssektor, vergleichsweise hoch.

FAZIT:
Moderates Wachstum, eine sich erholende Industrie und eine rückläufige Inflation sprechen dafür, dass sich die wirtschaftliche Lage ab 2027 spürbar verbessern könnte. Entscheidend wird dabei sein, ob sich die positiven Signale aus Industrie und Welthandel tatsächlich verfestigen – und ob die geopolitischen Risiken die erwartete Erholung nicht erneut ausbremsen.

Redaktionsschluss: 11.09.2026
Erstellerin: Mag. Bettina Hametner, Petra Putschögl, Raiffeisenlandesbank Oberösterreich AG

Quelle: OeNB

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