Enkelbetreuung hält geistig fit
Wenn Großeltern auf ihre Enkelkinder aufpassen, bremst das den Abbau ihrer kognitiven Fähigkeiten und sie bleiben geistig länger fit. Die Wirkung wurde in einer aktuellen Studie aber vor allem bei Großmüttern beobachtet – Großväter scheinen von der Zeit mit den Enkeln etwas weniger zu profitieren.
Um dies herauszufinden, analysierte ein Forschungsteam Daten aus der English Longitudinal Study of Ageing (ELSA). Darin werden bereits seit dem Jahr 2002 laufend detaillierte Informationen über die gesundheitlichen, sozialen und wirtschaftlichen Aspekte des Alterns erhoben. Im Fokus der Langzeitstudie stehen Personen im Alter von über 50 Jahren, die in England leben.
Das Team untersuchte eine Stichprobe aus rund 2.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmern, die in der Langzeitstudie entweder als betreuende oder nicht-betreuende Großeltern klassifiziert waren.
Episodisches Gedächtnis und verbale Fähigkeiten besser ausgebaut
Bei der Analyse der Daten zeigte sich, dass jene Personen, die regelmäßig ihre Enkel oder andere junge Kinder betreuen, bei kognitiven Tests deutlich besser abschnitten als diejenigen, die kaum Kontakt zu jüngeren Generationen haben. Vor allem in Bereichen wie dem episodischen Gedächtnis und den verbalen Fähigkeiten waren sie ihren Altersgenossen meist klar überlegen.
Das episodische Gedächtnis bestimmt, wie gut sich Menschen an vergangene Ereignisse und Erfahrungen erinnern. Aber auch die Fähigkeit, flüssig und spontan zu sprechen, schien durch die wiederholte Kinderbetreuung und die damit verbundenen kognitiven Herausforderungen positiv beeinflusst zu werden.
Dieser Artikel basiert auf: orf.at