Tor im Iran Frau im Vordergrund
Irankrieg: Dauer wird zum Schlüsselfaktor für die Weltwirtschaft

Der Nahostkonflikt dämpft das globale Wirtschaftswachstum. Die OECD reagiert mit niedrigeren Wachstums- und höheren Inflationsprognosen. Volkswirtin Bettina Hametner beschreibt die möglichen Szenarien, die aktuell für die Weltwirtschaft gezeichnet werden.

Je länger, desto höher die wirtschaftlichen und sozialen Kosten

Die Dauer und das Ausmaß des Irankrieges sind weiter ungewiss. Relativ klar ist aber bereits, dass die wirtschaftlichen Auswirkungen auch nach Friedensschluss noch einige Zeit nachwirken werden. Es wird Monate dauern, bis die beschädigte Infrastruktur und die Transportwege wiederhergestellt sind.

Auswirkungen auf Weltwirtschaft

OECD spielt unterschiedliche Szenarien durch

Aufgrund der schwer vorhersehbaren Entwicklung im Nahen Osten präsentierte die OECD am 3. Juni verschiedene Szenarien, wie sich die Weltwirtschaft weiterentwickeln könnte.
 

Im ersten Szenario geht die OECD davon aus, dass die immensen Störungen der Lieferketten doch relativ kurz bleiben, während im Alternativszenario umfassendere Störungen bis weit ins Jahr 2027 mit deutlich länger anhaltenden negativen Folgen angenommen werden.

Beide Szenarien spielen sich vor dem Hintergrund einer ansonsten soliden Grunddynamik der Weltwirtschaft ab, die von regen Investitionen im Bereich der künstlichen Intelligenz (KI), einer grundsätzlich gesunden Produktions- und Handelsdynamik, niedrigerer Zollschranken sowie von günstigen finanziellen und fiskalischen Rahmenbedingungen unterstützt wird.

Auswirkung_Irankrieg
Angaben in %-Punkten, Quelle: OECD, 03.06.2026
Szenarien_BIP_Wachstum
Quelle: OEDC, 03.06.2026
Szenarien und Ratschläge der OECD

Im ersten Szenario fallen die Auswirkungen des Nahostkonflikts begrenzt aus, sodass die Wachstumsprognosen nur leicht nach unten korrigiert werden müssen.

Im zweiten Szenario wären die Folgen deutlich gravierender: Das Wirtschaftswachstum würde stärker gebremst und die Inflation weiter ansteigen. Die Auswirkungen würden jedoch je nach Region unterschiedlich stark ausfallen.


Gleichzeitig gibt die OECD wirtschaftspolitische Empfehlungen. Die Zentralbanken sollen angesichts der höheren Inflation wachsam bleiben, kurzfristige Preisschübe durch steigende Energiepreise jedoch nicht überbewerten, solange die langfristigen Inflationserwartungen stabil bleiben.
 

An die Regierungen ergeht der Ratschlag, kurzfristige steuerliche Energiehilfemaßnahmen befristet und zielgerichtet zu gestalten. Die Maßnahmen sollten nicht nur zeitnah, zielgerichtet und befristet sein, sondern auch Anreize zum Energiesparen enthalten.

Hinsichtlich Energieversorgungssicherheit und -effizienz raten die Expert:innen der OECD, Energiequellen, Technologien und Lieferketten zu diversifizieren, um mittel- bis längerfristig widerstandsfähiger und stärker zu sein.

Ersteller: Mag. Bettina Hametner, Raiffeisenlandesbank Oberösterreich AG
Redationsschluss:
03.06.2026
Quelle: OECD (2026), OECD Economic Outlook, Volume 2026 Issue 1: Under Pressure, OECD Publishing, Paris, https://doi.org/10.1787/2d1956f0-en.

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