Schiffcontainer mit rot-weiß-rot Bemalung
Zwischen Alpen und Absatz: Performance der österreichischen Industrie im Vergleich

Das Wifo vergleicht in einer Studie die Entwicklung der österreichischen Industrie mit der deutschen, dänischen und schweizerischen. Die heimische Industrie leidet immer noch unter der schwachen Nachfrage, liegt damit aber dennoch besser als die deutsche Industrie.

Österreich auf Rezept: Pharma und Maschinenbau

Dänemark und die Schweiz profitieren im Industrievergleich stark vom Wachstum ihrer Pharmabranche. Österreich holt jedoch seit 2023 auf und verzeichnet in seiner noch kleinen Pharmasparte sogar höhere Wachstumsraten. Auch der wichtigste heimische Sektor, die „Herstellung von Maschinen und Ausrüstungen“, hat seit 2017 deutlich zugelegt, während Deutschland, Dänemark und die Schweiz stagnieren. Dennoch braucht es Maßnahmen zur Sicherung der Standortqualität, da steigende Kosten sowie sinkende Produktivität und Rentabilität die Wettbewerbsfähigkeit belasten.

Daten, Fakten, Zahlen

Die Rolle der Energiepreise

Der deutliche Anstieg der Energiepreise in Europa ab 2022 führte zu erheblichen Kostensteigerungen in energieintensiven Industrien. Die Entwicklung der Energiepreise, insbesondere Strom, unterschied sich zwischen den EU-Mitgliedstaaten, nicht zuletzt aufgrund der ergriffenen wirtschaftspolitischen Maßnahmen - und deren Auslaufen.

Energiepreise stellen einen wesentlichen, wenn nicht den primären Kostenfaktor in energieintensiven Industrien dar und beeinflussen so signifikant die Wettbewerbsfähigkeit auf internationalen Märkten.

Im Peer-Vergleich des WIFO zeigt sich ein abruptes Absacken der Produktion bei den energieintensiven Industriezweigen ab besagtem Kostenschub 2022. In Dänemark konnte sie sich jedoch seither kontinuierlich - in Österreich sprunghaft ab Anfang 2025 - etwas erholen. Die deutsche Industrie konnte den Rückgang bislang nicht aufholen.

Entwicklung der Industrieproduktion DE/DK/SUI/AT
Quelle: WIFO; Index 2017 = 100
Arbeitsproduktivität DE/DK/SUI/AT
Quelle: WIFO; Daten exkl. pharmazeutische Industrie
Zusammenhang Arbeitsproduktivität und Inflation

Bis 2022 stieg die Arbeitsproduktivität in der heimischen Industrie ähnlich stark wie in Dänemark bzw. der Schweiz und schneller als in Deutschland. Auch die Betriebsüberschüsse entwickelten sich ähnlich jener der Peers. 2023 kehrte sich dieses Bild, was vor allem den in Österreich sehr gut ausgefallenen Lohnrunden zugeschrieben wird.

Die starken Lohnsteigerungen wiederum spiegeln die deutlich höhere Inflation in Österreich in den letzten Jahren wider. Allerdings gab auch in Deutschland und der Schweiz die Arbeitsproduktivität in den letzten beiden Jahren aufgrund steigender Kosten nach.

Spannend ist, dass dies in Deutschland die Betriebsüberschüsse (für die Schweiz führt das WIFO hier keine vergleichbaren Daten an) nicht reflektieren: Offenbar konnte die deutsche Industrie geringere Produktivität bzw. höhere Produktionskosten mit höheren Preisen (über)kompensieren.

Erstellerin: Mag. Bettina Hametner, Raiffeisenlandesbank Oberösterreich AG 
Redationsschluss:
26. Februar 2026
Quellen: WIFO

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