Junge Frau traegt Oesterreich Fahne
Österreichs Wirtschaft: Mit guten Vorzeichen in den Sommer

Nach einer kurzen Schwächephase könnte die österreichische Wirtschaft im Herbst 2026 wieder an Fahrt gewinnen. Positive Signale kommen vor allem aus der Industrie, Sorgenkind bleibt der Bau.

Aufschwung mit Chancen und Herausforderungen

Die Folgen des Nahostkriegs wirken sich weiterhin auf die Wirtschaft aus. Wenn die Friedensvereinbarung zwischen den USA und Iran Bestand hat, die Straße von Hormus offen bleibt und die Ölpreise nicht erneut stark steigen, könnten sich die Aussichten aber deutlich verbessern, so Volkswirtin Bettina Hametner in ihrem Bericht. Expert:innen erwarten nach einer kurzen Phase der Stagnation wieder eine vorsichtige Erholung der österreichischen Wirtschaft.

Vorsichtige Erholung

Lohnabschlüsse stabilisieren Österreichs Wettbewerbsfähigkeit

Die zurückhaltenderen Lohnabschlüsse stabilisieren die Wettbewerbsfähigkeit der exportorientierten österreichischen Industrie wieder etwas. Hier hebt sich Österreich inzwischen deutlich von Deutschland ab. Sowohl WIFO als auch IHS sehen darin eine klar positive Entwicklung. Österreichs Exportindustrie dürfte somit gut von der erwarteten Belebung der Weltkonjunktur profitieren, was auch die rege – nur kurz durch den Nahostkonflikt eingeknickte – Investitionsnachfrage in Ausrüstungen und sonstige Anlagen unterstützt.
 

Die Kehrseite sinkender Nettoreallöhne ist jedoch die Belastung der Kaufkraft privater Haushalte. Dennoch weist die bereits seit längerer Zeit schwache Konsumnachfrage durchaus Potenzial für eine stärkere Dynamik auf: Verbessert sich die Verbraucherstimmung – etwa durch weniger negative geopolitische Entwicklungen oder sinkende Inflationsraten – könnten die angesparten finanziellen Reserven verstärkt genutzt und die derzeit hohe Sparquote wieder etwas reduziert werden.

Ein großes Sorgenkind bleibt der Bau, der heuer wohl sein achtes Rezessionsjahr in Folge verbuchen wird. Die besonders im Hochbau anhaltend rückläufige Wertschöpfung birgt das Risiko einer Verknappung von Wohnraum und damit steigender Preise in diesem Segment.

Konjunkturdaten Österreich Juni 2026
Quelle: WIFO, 25.06.2026; *1 in % lt. AMS-Rechnung; *2 in % des BIP
Inflationsrate und Beitraege Juni 2026
Quelle: IHS, 25.06.2026
Aufschwung wichtig für Stabilisierung des Budgets


Nach wie vor gibt es Risiken, dass das tatsächliche BIP-Wachstum heuer und nächstes Jahr niedriger ausfällt als prognostiziert. Zu diesen Risiken zählen insbesondere ein Wiederaufflammen des Konflikts im Nahen Osten mit neuerlichen Rohstoffpreissprüngen oder stärkere inflationäre Zweitrundeneffekte.

Positiv auf das BIP-Wachstum könnten sich vor allem das steigende Konsumentenvertrauen, die insgesamt optimistischere Wirtschaftsstimmung und die dadurch höhere Nachfragedynamik auswirken.


Der wieder in Gang kommende Aufschwung ist jedenfalls auch für die Konsolidierung des Budgets förderlich. Mehr Steuereinnahmen erhöhen den Spielraum, das BIP und verbessern zugleich die Schulden- und Defizitquote.

 

Redaktionsschluss: 25.06.2026
Erstellerin: Mag. Bettina Hametner, Raiffeisenlandesbank Oberösterreich AG

Quellen: WIFO, IHS

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